Liuwe Tamminga

Wann:
20 Oktober 2018 um 13:00 – 14:00
2018-10-20T13:00:00+02:00
2018-10-20T14:00:00+02:00
Wo:
Martinikerk
Martinikerkhof 3
9712 JG Groningen
Preis:
€ 10,00

Lunch-Konzert in der Martinikerk

Eine kurze Auszeit von der Hektik des Wochenmarktes: Brötchen mitbringen, im imposanten Schiff der Martinikerk Platz nehmen und die Virtuosität des Weltklasse-Organisten Liuwe Tamminga auf der Schnitger-Orgel genießen.

Liuwe Tamminga

Ein Lunch-Konzert. Das hört sich eher nach einem kurzen Intermezzo an. Und das ist es natürlich auch. Aber aufgepasst! Der Organist, der hier spielt, während wir uns auf den Stühlen oder Holzbänken eine Pause gönnen, ist einer der Größten unter den Organisten. Liuwe Tamminga ist Friese, lebt aber schon seit mehr als 35 Jahren in Italien, wo er Titularorganist der historischen Orgel der San Petronia Basilika in Bologna ist. Er ist Experte auf dem Gebiet des italienischen Orgelbarocks und versteht es, in sprühender Manier die Werke von Komponisten wie Banchieri, Palestrina, Cavazzoni, Frescobaldi und Andrea und Giovanni Gabrieli zu interpretieren. Den barocken italienischen Orgelklang – so melodisch, klar und graziös – kann man auf unseren nordeuropäischen Orgeln kaum wiedergeben. Auf der Schnitger-Orgel in der Martinikerk mit all ihrer Kraft und den strahlenden Klängen, gelingt es Liuwe Tamminga jedoch ganz wunderbar.

Es handelt sich um ein Lunch-Konzert, also: Butterbrote erlaubt! Kaffee und Tee stehen vor Ort zur Verfügung.

Wann?
Samstag, 20. Oktober 2018, 13:00 – 13:45 Uhr

Wo?
Martinikerk, Martinikerkhof 3, Groningen

Eintritt:
10 €

Liuwe Tamminga
Der Name verrät es schon: Liuwe Tamminga ist ein echter Friese. 1953 stand seine Wiege im friesischen Hemelum. Er studierte Cembalo und Orgel am Groninger Konservatorium bei Wim van Beek und Komposition bei Willem Frederik Bon. Nach dem Examen zog Tamminga nach Paris, wo er von 1978 bis 1982 am Conservatoire d’ Orsay studierte. Seine Spezialgebiete waren französische Musik (bei Jean Langlais) und Improvisation (bei André Isoir). Er gewann den Premier Prix für Orgel und den Deuxième Prix für Improvisation. Regelmäßig gab er Konzerte in Pariser Kirchen und war kurze Zeit Organist der Eglise St.Germain-des-Prés. Ab und zu besuchte er die Niederlande, wo er 1980 den ersten Preis beim Nationaal Improvisatie Concours Bolsward gewann und 1982 den Prix d’Excellence für Orgel am Groninger Konservatorium. Im selben Jahr zog er nach Bologna (Italien), wo er zusammen mit Maestro Luigi Ferdinando Tagliarini zum “Organist titulair” der Basilika San Petronio ernannt wurde. In dieser Position bespielt er auch heute noch die wunderschönen Orgeln von Lorenzo da Prato (1471-1475) und Baldassare Malamini (1596).

Mittlerweile gilt Tamminga als einer der größten Kenner auf dem Gebiet der italienischen Orgelmusik aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Er war Herausgeber mehrerer Orgelmusik-Sammlungen, u.a. von Giovanni de Macque, Giulio Segni, Palestrina, Jacques Buus und Musik für zwei Orgeln von italienischen Meistern um 1600. Darüber hinaus nahm er mehrere preisgekrönte CDs auf, u.a. mit dem vollständigen Werk von Cavazzoni, den Phantasien von Frescobaldi, ‚Mozart on Italian organs’ sowie eine Aufnahme, die Andrea und Giovanni Gabrieli gewidmet ist.

Tamminga gibt gerne gemeinsame Konzerte mit Ensembles wie Concerto Palatino, Odhecaton, dem Orkest van de achttiende Eeuw und Capella di San Petronio. Als Solist tritt er in Europa, den Vereinigten Staaten und Japan auf.

Er hat Meisterkurse in Italien, aber auch in Krakau, Breslau, Utrecht, Rotterdam, Boston und Lüttich gegeben.

Im Jahr 2002 wurde er vom Koninklijk Huis gebeten, bei der Beerdigungsfeier von Prinz Claus zu spielen.

Die Orgel in der Martinikerk

Der Bau der Hauptorgel begann um 1480. An der ersten Bauphase war der Humanist Rudolf Agricola als Berater beteiligt. Die Entwicklung erreichte im 18. Jahrhundert ihren Höhepunkt, als die Orgel von Arp Schnitger, seinem Sohn Franz Caspar und Albertus Hinsz um einige Register erweitert wurde. Für die Restaurierung der Orgel (beendet im Jahre 1984) hat man sich an ihrem Zustand von 1740 orientiert.

Die 3500 Orgelpfeifen und 53 Register machen die Orgel der Martinikerk zu einer der größten Barockorgeln Nordeuropas. Die Register verteilen sich auf Hauptwerk, Positiv, Oberwerk und freies Pedal.