Italienische Vesper

Wann:
20 Oktober 2018 um 17:00 – 17:45
2018-10-20T17:00:00+02:00
2018-10-20T17:45:00+02:00
Wo:
Der Aa-kerk
Akerkhof 2
9711 JB Groningen
Nederland
Preis:
€ 10,00

Italienische Vesper

Italienische Mittagsvesper in der Der Aa-Kerk. Mit Sängern des Lutherschen Bach-Ensembles unter der Leitung von Luuk Dijkhuis. Liuwe Tamminga spielt auf dem Schnitgerorgel.

Wenn man am Ende eines warmen italienischen Sommertages eine Kirche betritt, dann ist es, als würde man in eine andere Dimension eintauchen. Die plötzliche Kühle fühlt sich angenehm an, die Augen müssen sich an das schwache Licht gewöhnen, Weihrauch kribbelt einem in der Nase und weit vorne aus dem höhlenartigen Kirchraum ertönt Gesang. Gregorianischer Unisono-Kirchengesang. Eine fließende Melodie, die niemals zu enden scheint, erhaben und hypnotisierend.

Vermutlich handelt es sich um eine Vesper, in die man da geraten ist. Die Vesper ist eine Stundenfeier, einer jener Momente des Tages, in dem Gläubige sich zum Gebet, Dank- und Lobgesang treffen. Liturgische Feiern, bei denen unbegleitete Vokalmusik und Orgelmusik einander abwechseln. Da die Melodien immer wieder ohne Pause oder dramatische Effekte wiederholt werden, entsteht eine meditative, mystische Atmosphäre, in der der Zuhörer ganz zu sich selbst finden kann.

Bei der heutigen italienischen Vesper können wir eben diese Atmosphäre selbst erleben. In der prachtvollen Der Aa-Kerk, die mit ihrem schlanken gelben Turm und dem anmutigen Inneren doch die stärkste italienische Ausstrahlung der Stadt hat, spielt der Organist Liuwe Tamminga liturgische Orgelwerke von Girolamo Frescobaldi (1583-1643), die sich mit gregorianischen Chorälen abwechseln, vorgetragen von Sängern des Lutherschen Bach-Ensembles unter der Leitung von Luuk Dijkhuis.

Wo?
Der Aa-Kerk, Kerkhof 2, Groningen

Wann?
Samstag, 21.Oktober 2018, 17:00 Uhr.

Eintritt:
10 €

Luuk Dijkhuis

Luuk Dijkhuis studierte bei Michiel de Vries am Groninger Konservatorium klassische Gitarre und schloss sein Studium 1988 ab. Im Chor für Erstsemester kam er erstmals mit Gesang und Chormusik in Berührung. Nach einigen Jahren am Konservatorium erwachte sein Interesse für das Chordirigat, woraufhin er in Den Haag über einen Zeitraum von fünf Jahren die Kurt-Thomas-Kurse für Dirigenten besuchte, zweimal in der Kategorie ‚Kammerchor für Fortgeschrittene’. Er wurde dort u.a. von Ger Vos, Barend Schuurman, Jos van Veldhoven, Hans van den Homberg und Daniel Reuss unterrichtet. In dieser Zeit leitete er einen Chor und ein Oktett in Groningen sowie einige Ensembles, die sich ad hoc bildeten. Später richtete er sein Interesse auf die Informatik und verlegte seinen Arbeitsplatz nach Delft.

Zurück in Groningen war er als Dirigent des Chores Ten Toon! tätig und leitete das Symphonieorchester Musica Viva in Oude Pekela. 2006 machte er seinen Diplomabschluss in Unisono-Chorleitung bei Marc Versteeg. Seit einiger Zeit ist er Schüler von Geert-Jan van Beijeren Bergen en Henegouwen. Als Sänger (Bass) ist Dijkhuis Mitglied beim ‚kleinkoor’ des Lutherschen Bach-Ensembles, beim Kammerchor Dualis, beim Noordelijk Vocaal Ensemble und beim Ensemble Josquin des Prez. Seit 2014 ist er außerdem Dirigent des Symphonieorchesters Scaramouche in Peize.

Das Luthersche Bach Ensemble
http://www.luthersebachensemble.nl

Liuwe Tamminga

Der Name verrät es schon: Liuwe Tamminga ist ein echter Friese. 1953 stand seine Wiege im friesischen Hemelum. Er studierte Cembalo und Orgel am Groninger Konservatorium bei Wim van Beek und Komposition bei Willem Frederik Bon. Nach dem Examen zog Tamminga nach Paris, wo er von 1978 bis 1982 am Conservatoire d’ Orsay studierte. Seine Spezialgebiete waren französische Musik (bei Jean Langlais) und Improvisation (bei André Isoir). Er gewann den Premier Prix für Orgel und den Deuxième Prix für Improvisation. Regelmäßig gab er Konzerte in Pariser Kirchen und war kurze Zeit Organist der Eglise St.Germain-des-Prés. Ab und zu besuchte er die Niederlande, wo er 1980 den ersten Preis beim Nationaal Improvisatie Concours Bolsward gewann und 1982 den Prix d’Excellence für Orgel am Groninger Konservatorium. Im selben Jahr zog er nach Bologna (Italien), wo er zusammen mit Maestro Luigi Ferdinando Tagliarini zum “Organist titulair” der Basilika San Petronio ernannt wurde. In dieser Position bespielt er auch heute noch die wunderschönen Orgeln von Lorenzo da Prato (1471-1475) und Baldassare Malamini (1596).

Mittlerweile gilt Tamminga als einer der größten Kenner auf dem Gebiet der italienischen Orgelmusik aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Er war Herausgeber mehrerer Orgelmusik-Sammlungen, u.a. von Giovanni de Macque, Giulio Segni, Palestrina, Jacques Buus und Musik für zwei Orgeln von italienischen Meistern um 1600. Darüber hinaus nahm er mehrere preisgekrönte CDs auf, u.a. mit dem vollständigen Werk von Cavazzoni, den Phantasien von Frescobaldi, ‚Mozart on Italian organs’ sowie eine Aufnahme, die Andrea und Giovanni Gabrieli gewidmet ist.

Tamminga gibt gerne gemeinsame Konzerte mit Ensembles wie Concerto Palatino, Odhecaton, dem Orkest van de achttiende Eeuw und Capella di San Petronio. Als Solist tritt er in Europa, den Vereinigten Staaten und Japan auf.

Er hat Meisterkurse in Italien, aber auch in Krakau, Breslau, Utrecht, Rotterdam, Boston und Lüttich gegeben.

Im Jahr 2002 wurde er vom Koninklijk Huis gebeten, bei der Beerdigungsfeier von Prinz Claus zu spielen.