Combattimento und Liuwe Tamminga

Wann:
21 Oktober 2018 um 15:00 – 17:00
2018-10-21T15:00:00+02:00
2018-10-21T17:00:00+02:00
Wo:
Martinikerk
Martinikerkhof 3
9712 JG Groningen
Nederland
Preis:
€ 29,50

Abschlussveranstaltung Martinikerk

Liuwe Tamminga und Combattimento

Organist Liuwe Tamminga spielt auf der Orgel der Martinikirche. Unter Mitwirkung des Barockensembles Combattimento.

Italien. Dieses Land regt nach wie vor unsere Phantasie an. Die wunderschöne Sprache, das mediterrane Ambiente, die Sonne, das Meer. Und die Musik, anmutig und passioniert. Es war Italien, wo der Barock entstand. Wo sich nach der alten Polyphonie mit den kühlen, langen Linien und den schwer verständlichen Worten, plötzlich ein Stil entwickelte, in dem sich alle Emotionen entladen konnten. Ein Stil voller Leben, voller Feuer. Wir haben das während dieser Edition des Schnitger-Festivals schon intensiv genießen dürfen. Und heute ertönt der Schlussakkord des Wochenendes, so explosiv wie Italien nur sein kann: Scarlatti, Vivaldi, Marcello, Pasquini, um nur einige zu nennen. Komponisten, die durch den niederländisch-italienischen Organisten Liuwe Tamminga auf der berühmten Orgel der Martinikirche zum Leben erweckt werden.

Gemeinsam mit Liuwe Tamminga werden auch die Musiker von Combattimento auftreten. Das Ensemble, das nichts für bare Münze nimmt, was Barockmusik angeht. Wie klang diese Musik damals? Könnten wir es heute auch anders spielen? Derber, langsamer oder gerade dynamischer? Mit solchen Fragen regt Combattimento das Publikum und sich selbst an, die Musik einmal anders zu betrachten und anzuhören. Das Ergebnis: mitreißende Konzerte, bei denen das Publikum fortwährend intensiv zuhört.

Heute hören wir Liuwe Tamminga an der Orgel. Combattimento wird Teile aus dem Programm Frizzante spielen.

Wann?
Sonntag, 21. Oktober 2018, 15.00 – 18:00 Uhr (mit Pause)

Wo?
Martinikerk, Martinikerkhof 3, Groningen

Eintritt:
29,50 €
bis einschl. 29 Jahre: 10 €

Dieses Konzert wird in Kooperation mit De Oosterpoort präsentiert.

Liuwe Tamminga

Liuwe Tamminga

Der Name verrät es schon: Liuwe Tamminga ist ein echter Friese. 1953 stand seine Wiege im friesischen Hemelum. Er studierte Cembalo und Orgel am Groninger Konservatorium bei Wim van Beek und Komposition bei Willem Frederik Bon. Nach dem Examen zog Tamminga nach Paris, wo er von 1978 bis 1982 am Conservatoire d’ Orsay studierte. Seine Spezialgebiete waren französische Musik (bei Jean Langlais) und Improvisation (bei André Isoir). Er gewann den Premier Prix für Orgel und den Deuxième Prix für Improvisation. Regelmäßig gab er Konzerte in Pariser Kirchen und war kurze Zeit Organist der Eglise St.Germain-des-Prés. Ab und zu besuchte er die Niederlande, wo er 1980 den ersten Preis beim Nationaal Improvisatie Concours Bolsward gewann und 1982 den Prix d’Excellence für Orgel am Groninger Konservatorium. Im selben Jahr zog er nach Bologna (Italien), wo er zusammen mit Maestro Luigi Ferdinando Tagliarini zum “Organist titulair” der Basilika San Petronio ernannt wurde. In dieser Position bespielt er auch heute noch die wunderschönen Orgeln von Lorenzo da Prato (1471-1475) und Baldassare Malamini (1596).

Mittlerweile gilt Tamminga als einer der größten Kenner auf dem Gebiet der italienischen Orgelmusik aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Er war Herausgeber mehrerer Orgelmusik-Sammlungen, u.a. von Giovanni de Macque, Giulio Segni, Palestrina, Jacques Buus und Musik für zwei Orgeln von italienischen Meistern um 1600. Darüber hinaus nahm er mehrere preisgekrönte CDs auf, u.a. mit dem vollständigen Werk von Cavazzoni, den Phantasien von Frescobaldi, ‚Mozart on Italian organs’ sowie eine Aufnahme, die Andrea und Giovanni Gabrieli gewidmet ist.

Tamminga gibt gerne gemeinsame Konzerte mit Ensembles wie Concerto Palatino, Odhecaton, dem Orkest van de achttiende Eeuw und Capella di San Petronio. Als Solist tritt er in Europa, den Vereinigten Staaten und Japan auf.

Er hat Meisterkurse in Italien, aber auch in Krakau, Breslau, Utrecht, Rotterdam, Boston und Lüttich gegeben.

Im Jahr 2002 wurde er vom Koninklijk Huis gebeten, bei der Beerdigungsfeier von Prinz Claus zu spielen.

Combattimento
https://www.combattimento.nl

Die Orgel in der Martinikerk
Der Bau der Hauptorgel begann um 1480. An der ersten Bauphase war der Humanist Rudolf Agricola als Berater beteiligt. Die Entwicklung erreichte im 18. Jahrhundert ihren Höhepunkt, als die Orgel von Arp Schnitger, seinem Sohn Franz Caspar und Albertus Hinsz um einige Register erweitert wurde. Für die Restaurierung der Orgel (beendet im Jahre 1984) hat man sich an ihrem Zustand von 1740 orientiert.

Die 3500 Orgelpfeifen und 53 Register machen die Orgel der Martinikerk zu einer der größten Barockorgeln Nordeuropas. Die Register verteilen sich auf Hauptwerk, Positiv, Oberwerk und freies Pedal.